Gülle ist Gift für unsere Flüsse
Die Inhaltsstoffe von Fäkalien aus der Tierhaltung sind schädlich für Grundwasser und Gewässer.
Die Inhaltsstoffe von Fäkalien aus der Tierhaltung können zu Fischsterben in Gewässern führen.
Ein aktueller Zwischenfall am 11. März in Stössing im Bezirk St. Pölten zeigt die negativen Auswirkungen von Gülle auf. Bei dem Unfall sind Tausende Liter Biogassubstrat in einen kleinen Bach geflossen.
Gülle belastet Gewässer und deren Lebewelt
Gülle entsteht bei der Tierhaltung und fällt vor allem nach dem Winter in Mengen an, die allein durch die Ausbringung auf Feldern nicht mehr beseitigt werden können.In Biogasanlagen werden neben pflanzlichen Abfällen auch Gülle und Mist zu Biogas verarbeitet. Grundsätzlich also eine gute Sache, in diesem Fall aber aufgrund eines technischen Defekts schlecht für die Umwelt.
Geringe Pegelstände verschärfen die Lage
Schon bei der überhöhten Gülleausbringung auf landwirtschaftlichen Flächen wird Nitrat ins Grundwasser eingetragen. Außerdem gelangen durch Auswaschung aus dem Boden Keime und Krankheitserreger in das Trinkwasser. Strömen große Mengen an Gülle in ein Gewässer, so ist die gesamte Lebewelt des Baches oder Flusses akut bedroht. Verschärft wird die Situation durch die derzeit sehr niedrigen Pegelstände. Das wenige Wasser in den Flüssen bewirkt kaum einen Verdünnungseffekt.
Ammoniak ist tödlich für Fische und andere Tiere
Gülle enthält einen hohen Anteil an Ammoniumstickstoff, der im Gewässer zu Ammoniak umgewandelt wird. Schon geringe Konzentration an Ammoniak sind giftig für Kleinlebewesen und Fische. Durch den Abbau von Wirtschaftsdünger wird außerdem im Gewässer Sauerstoff verbraucht, der den Lebewesen fehlt. Faulschlammbildung und Fischsterben sind die Folgen.
Zu viele Nährstoffe führen zum Umkippen von Gewässern
Gülle enthält sehr viel mehr Nährstoffe als etwa häusliche Abwässer. Besonders durch die Anreicherung von Phosphor kommt es in langsam fließenden und stehenden Gewässern zu starker Algenbildung. Durch den Abbau der absterbenden Algen wird dem Wasser erneut Sauerstoff entzogen, der den Wasserlebewesen fehlt. Es bilden sich sogenannte anaerobe Prozesse, also chemische Vorgänge ohne Sauerstoff, die zum Kippen des Gewässers führen.